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Anreise
Perpignan – Candanchú/ Col du Somport

Zu meinem dritten Camino reise ich aus Perpignan an, genauer gesagt Sainte-Marie-la-Mer. Hier war ich bereits seit Sonntag zu einem Seminar. Und so dachte ich, wenn ich den Pyrenäen schon derart nahe bin, dann laufe ich doch einen kleinen Camino hinterher.

Ich erinnerte mich, dass es eine Alternativroute gibt, die Pyrenäen zu überqueren, neben dem Weg ab Saint-Jean-Pied-de-Port, den ich vor gut 1,5 Jahren gegangen bin. Eine Strecke, welche eher selten gewählt wird und mir damit hoffentlich viel beschauliches Alleinsein in der Natur beschert. Dieser Weg wird Camino Aragonés genannt und ist die Verlängerung des französischen chemin d’Arles, des Via tolosana, denn auch in Frankreich gibt es mehrere Jakobswege. Und einer startet eben in Arles.


Und obwohl mich mein Seminar bereits ganz in den Süden Frankreichs geführt hat, dauert die Anreise zum Startpunkt meines Caminos auf den Kamm der Pyrenäen dennoch den ganzen Tag. Mein Zug ab Perpignan startet um 7:40 Uhr. Planmäßige Ankunft in Candanchú respektive Col du Somport ist 16 Uhr und bedeutet für mich 4x umsteigen. Nun ja, also genügend Zeit meinen ersten Blogeintrag zu schreiben und gedanklich das Seminar abzuschließen und mich auf meinen Camino einzustimmen.

Der grün markierte Weg führt mich also vom Col du Somport (Somportpass), der den Grenzübergang Frankreich-Spanien darstellt, bis nach Puente la Reina, wo ich wieder auf den Camino francés stoße. Wenn alles nach Plan läuft, komme ich dort bereits am Freitag an, so dass ich dann den Samstag nutzen kann, um entgegen der gewöhnlichen Pilgerrichtung nach Santiago von Puente la Reina nach Pamplona zurückzulaufen. Mein Rückflug ist bereits für Sonntag in einer Woche ab Pamplona gebucht. So viel zum Vorhaben. Es wird sich zeigen, ob dieses auch in die Realität umgesetzt werden kann.

Hier nochmals die gesamte Route:

Vom Somportpass sind es ca. 162 km bis Puente la Reina plus 23,7 km nach Pamplona, also in Summe knapp 186 km. In 7 Lauftagen sind das um die 26,5 km pro Tag. Da im Wesentlichen die Strecke bergab verläuft, sollte das zu machen sein.
Wenn die Wettervorhersagen stimmen, dann ist es in Candanchú frostig bei um die Null Grad mit Schneefall. Nach den letzten sonnenverwöhnten Tagen darf ich mich also auch klimatisch umstellen. Allerdings sollte sich das Wetter schnell wieder in wärmere Temperaturen um die 20 Grad und Sonne ändern, sobald ich den Pyrenäen den Rücken gekehrt habe.
Aber auch all das werden wir sehen.

Nach über einem Jahr heißt es damit für mich endlich wieder: „Buen camino!“ ?

16 Uhr wie geplant komme ich in der Herberge Aysa, direkt auf dem Col du Somport, an. Nun weiß ich auch, dass zwischen dem Col und dem Ort Candanchú noch ca. 1,5-2 km liegen. Candanchú liegt in einer Bergsenke etwas unterhalb des Cols. Die Herberge ist also direkt auf dem Bergkamm und außer zwei verlassenen Häusern – so sieht es zumindest aus – gibt es hier nichts. Gar nichts. Ok, außer Wlan ? Gleich nach Ankunft des Buses (wieso der hier überhaupt herfährt und nicht in den Ort selbst, ist mir absolut schleierhaft) habe ich kurz überlegt, nach Candanchú zu laufen. Die Auskunft der Herbergsmutter, dass selbige Herberge im Ort allerdings noch gar nicht offen hat, hat mich veranlasst, doch hierzubleiben. So teile ich mir ein beengtes 2-Stockbetten-Zimmer mit zwei Amerikanerinnen, Julie und Nicky. Und so wie es aussieht, bleiben wir auch die einzigen Pilger für heute Nacht. Das verspricht ein laaaaaangweiliger Abend zu werden. Nun ja. Und die Wolken hängen zwischenzeitlich auch sehr tief und es hat begonnen zu schneien. Fein und sehr nass, wie er ist, glaube ich allerdings nicht, dass der hier liegen bleibt. Nur ein paar Höhenmeter weiter bergauf sieht es da allerdings schon anders aus.

Kalt und ungemütlich ist es hier dafür allemal.

Links im Bild die Herberge Aysa. Etwas trostlos. Und es gibt erst um 20 Uhr Abendessen ? Naja, dann mache ich jetzt einfach mal das Beste draus….

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