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Serdio – La Portilla (kurz vor Llanes)
(32,1 km)

Auch diese Nacht war etwas schwierig. Dieses Mal war es mein Rücken, der mir Schwierigkeiten machte. Keine Ahnung, ob das nun auch vom vielen Asphaltgehen kommt. Letztlich bin ich dann doch wieder die Letzte, die die Herberge verlässt. Da ist es kurz nach 8 Uhr.

Es ist heute Morgen deutlich frischer, als die Tage davor. Dafür wird’s schnell wärmer.

Und kaum habe ich nach gut 7 Kilometern endlich Kantabrien hinter mir gelassen und Asturien erreicht, verändert sich doch tatsächlich die Wegbeschaffenheit. Es geht auf „eigenen“ Wegen, also nicht mehr auf Landstraßen, meist mit Kies- und Schotterbelag dahin. Straßen werden selten flankiert und meist nur überquert. Allerdings habe ich mal wieder eine Begegnung der anderen Art: keinen Kilometer nach der asturischen Grenze hält mich ein zahnloser, alter Mann auf, quasselt mich auf Spanisch voll, wie viele Kilometer noch bis Santiago vor mir liegen, ich doch eine Kerze hier in der kleinen Wegkapelle anzünden soll (was ich tue, woraufhin er natürlich eine großzügige Spende will), daraufhin die Frage, wohin ich gehen und wo ich schlafen will und zu guter Letzt – er hielt mich ohnehin schon die ganze Zeit am Arm fest – will er mich zu sich ziehen, um mir einen zielsicheren Kuss auf die Wange (zumindest hoffe ich, dass er es „nur“ darauf abgesehen hatte) zu drücken, was ich natürlich zu unterbinden weiß, mich schnell aus seinem Griff gelöst habe und mit einem „Adios“ abdüse. Komisch, die Deutsche, die ich wenig später treffe, ist jünger und auch kleiner als ich und hat zudem längere Haare, hat er zwar auch angesprochen und um eine Kerzenspende geprellt, ist ihr aber in keinster Weise körperlich zu Leibe gerückt. Zweifelhaftes Kompliment.

Nun ja, dem deutlich schöneren Gehen tut es keinen Abbruch. Auch wenn ich heute wirklich müde bin und eher über den Weg schlendere; die 6 Tage Asphalt stecken mir wirklich in den Knochen.

Und auch wenn der Weg insbesondere nochmals zum Schluss satte 3 Kilometer Panoramablicke über Llanes und die Picos de Europa bietet, ich mag nimmer. Und die Kilometer ziehen sich und ziehen sich, weil den Panoramablick ein stetes Auf und Ab begleitet.

Und endlich komme ich um 18:20 Uhr und damit später als gedacht in der Herberge an. Absichtlich habe ich mir eine Herberge ausgesucht, die noch vor Llanes und damit außerhalb der Stadt liegt. Ruhig scheint es hier auf jeden Fall zu sein.

Und bis auf zwei Schweizerinnen, die ich heute zweimal überholt habe, sind keine bekannten Pilger hier.

Die letzten Kilometer auf Kantabriens Straßen.

Asturien empfängt mich mit einem steilen Anstieg: der Ortsausgang in Bustio.

Die Picos de Europa.

Asturiens Wege… und Ausblicke:

Die sogenannten Bufones de arenillas – bufón bedeutet närrisch. Kommt vielleicht daher, dass die Bufones ein fauchendes Geräusch von sich geben.

Diesen Fotos ist kaum etwas hinzuzufügen.

Llanes.

Meine Herberge.

Apropos Kilometer: mit dem heutigen Tag bin ich 377,70 Kilometer gelaufen, in 12 Tagen. Damit habe ich rein rechnerisch noch ca. 472,30 Kilometer vor mir. Wenn ich in dem Tempo weiterlaufe, bin ich in 15 Tagen in Santiago. Aber ich mache mal lieber nicht die Rechnung ohne den Wirt…☺️

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