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Mir ist soeben klar geworden, unter welchem Motto der heutige Tag steht.

Geduld.

Die doch etwas zähflüssige Anreise übt mich in Geduld. Und Vertrauen!
Wieso denn jetzt Vertrauen? Weil zu all den verzögernden, langwierigen Dingen doch immer wieder der Aspekt hinzukommt, dass alles doch irgendwie klappt und noch hinhaut. So hat zwischenzeitlich mein Zug von Paris nach Bayonne über 50 Min Verspätung aufgebaut. Aber – wie mir soeben der Schaffner bestätigt hat – erreichen wir Bayonne dennoch noch 20 Min vor Abfahrt meines Anschlusszuges. Also genügend Zeit den Bahnsteig zu wechseln. Also alles gut. Und, ich habe so auch noch ungewöhnlich viel Zeit und Muse, diesen Blog zu füllen.
Aber ja, der Tag lehrt mich die Langsamkeit mancher Dinge und die Gelassenheit, diese anzunehmen, wenn ich es ja ohnehin nicht ändern kann. Und anstatt in alter Manier sich darüber aufzuregen, dass das Leben mal wieder so gar nicht nach meinen Plänen läuft, schalte ich jetzt viel schneller um und verwende meine Energie lieber darauf, welche Optionen ich aufgrund der veränderten Situation habe. So war mir bereits klar: sollte ich den Zug verpassen, hätte ich mir eben für das letzte Teilstück von gut 50 km ein Taxi geleistet. Was wäre dieser erhöhte Einsatz denn schon im Vergleich zu den Nachbarn meiner Freundin, die allem Bargeld, Ausweisen und Kreditkarten verlustig geworden sind? Und, wie es aussieht, kommt es ja gar nicht dazu. Man könnte also sagen, ich bin ein Glückspilz ?

Diese Einstellung gefällt mir schon besser. Ich merke, schon mit den Vorbereitungen zum Jakobsweg und den damit verbundenen Unwägbarkeiten sowie mit dem heutigen Tag, ich scheine etwas ruhiger zu werden.
So, und jetzt hat mich der Regen endgültig eingeholt. Nun denn, mal sehen, wie es um meine Ruhe und Gelassenheit sowie letztlich meinem Vertrauen bestellt ist, sollte es morgen früh ebenfalls so runterprasseln…

Aber was ist das jetzt schon wieder, Katja?
Abwarten und im Jetzt bleiben. Wer weiß, was morgen ist!
Ich habe soeben beschlossen, keine Wettervorhersage mehr zu befragen. Letztlich sehe ich doch morgens, was für ein Wetter ist. Das reicht doch völlig aus, dann die finale Entscheidung zu fällen, ob und wieviel am jeweiligen Tag gelaufen wird!

Mal sehen, welche Lehren der Jakobsweg für mich noch so auf Lager hat.
Klar ist, dass die heutigen Erkenntnisse noch deutlicher Vertiefung bedürfen.
Von innerer Ruhe bin ich noch ungefähr soweit entfernt, wie km zwischen mir und Santiago liegen…

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