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Woche 2 bringt mir bei, dass es nicht auf das Wie sondern auf das Was ankommt.

Wie oft planen wir im Leben, etwas zu erreichen, uns etwas zu erfüllen etc. und streben nach einem Ziel, dass wir uns in Gedanken schon sehr detailreich ausgemalt haben. Ja, wie oft sind wir mit der Planung beschäftigt und merken nicht, dass das Leben gänzlich andere Wege nimmt, uns woanders hinbewegen will. Merken es erst, wenn es ordentlich scheppert und kracht, wenn wir unser Ziel, das Projekt, … in den Sand gesetzt haben. Ok, zugegeben, das ist etwas dramatisch dargestellt. Und dennoch nicht ganz unwahr. Zumeist spüren wir einfach „nur“ eine Enttäuschung. Eine riesige Enttäuschung, weil wir den Traumjob nun doch nicht erhalten haben, der gewünschte Partner uns ablehnt, das Traumhaus leider nicht finanzierbar ist. Oder schlimmer noch: wir bekommen, was wir wollten und dann stellt sich das Ganze in der gelebten Realität völlig anders dar als in unseren idealisierten Gedanken. Der Job ist tatsächlich total öde, der Traummann doch nur ein ganz normaler Mensch, der uns auch nicht jeden Wunsch erfüllt, das Traumhaus viel zu groß oder die Nachbarschaft ganz und gar nicht nach unserer Vorstellung. Wir sind zutiefst enttäuscht. Und in dem Wort Enttäuschung liegt der Schlüssel dafür bereits verborgen: wir sind enttäuscht, weil wir einer Täuschung unterlagen. Und diese Täuschung kam durch unsere Vorstellung, durch unsere Erwartung. Im Klartext: wir haben uns zu sehr mit dem Wie beschäftigt, uns ausgemalt, wie genau der Job, der Mann, das Haus etc. sich anfühlen wird, wie es sein wird, wenn wir es erreicht haben, was wir uns erträumten. Das bedeutet, die Details unseres Ziels, die Konkretisierung aller Einzelheiten hat uns in diese Situation gebracht. Denn, umso detailreicher wir ein Bild ausschmücken, desto größer ist die Gefahr der Enttäuschung, weil die Realität ein anderes Bild zeigen wird. Im Grunde bedeutet das, wir engen die Möglichkeiten, wie wir unser Ziel erreichen können, extrem ein, nämlich genau auf eine Sicht. Da ist die Enttäuschung geradezu vorprogrammiert.
Nicht das Wie ist entscheiden, sondern das Was. Das soll heißen, dass Ziele und Visionen absolut hilfreich sind. Sie sind Motor, Antrieb und Himmelsrichtungen, auf die wir uns zubewegen. Das ist das Was. Was will ich erreichen? In meinem Fall: eine Mini-Haus bauen und beziehen. Und das im Ostalbkreis, oder sagen wir, in der Nähe meiner Eltern.
Wie ich dieses Ziel jedoch erreiche, ist von untergeordneter Rolle. Das Wie ist bezogen auf mein Projekt, ob ich es komplett selbst baue, oder mir von Expertenseite Unterstützung hole oder ob sich das Mini-Haus auf eigenen Rädern befindet, auf Punktfundament oder Bodenplatte. Das Wie ist auch der Lieblingsgrundriss, die Lage des Grundstücks, der Bau-Ort, die Fassade, die Dachform. Und so weiter und so fort. Umso offener ich hier bleibe, desto uneingeschränkter werden die Möglichkeiten, mein Ziel zu erreichen. Natürlich gefällt mir nicht alles, und selbstverständlich habe ich Präferenzen. Nur, mir ist bewusst geworden, wenn ich zu früh Entscheidungen fälle, die mich dann einengen, binden an eine Lieblingsvorstellung, dann werde ich sehr unflexibel und ggf. blind für Möglichkeiten, mein Ziel galanter, vielleicht auch zügiger, und auf gänzlich andere Art und Weise, als ich sie mir hätte vorstellen können, zu erreichen. Das Leben zeigt uns – so zumindest meine Erfahrung – ganz oft Wege auf, wie wir unser Was verwirklichen können, die uns im Traum nicht eingefallen wären.

Früher war ich nicht nur fokussiert und zielorientiert, ich hatte leider auch einen gehörigen Tunnelblick. Ich war so auf mein Ziel bedacht, dass ich genau wusste, wie ich es erreichen wollte. Ich hatte mir alles ganz genau ausgemalt, dass ich nicht einmal gemerkt hatte, dass sich im Laufe meines Weges längst mein Ziel verändert hatte. Anfänglich nur in Nuancen. Wenn allerdings jeder Schritt eine Nuance am neuen Ziel vorbeigeht, ist es nach einigen Kilometern schon eine Abweichung um mehrere Grade. Und nach geraumer Zeit gehen wir plötzlich in die völlig falsche Richtung.

Das soll mir heute nicht mehr passieren. Ich bin also bereit, Entscheidungen, die fix schienen, wieder zu revidieren, wenn ich einsehen darf, dass ich sie zu schnell getroffen habe. Das Wesentliche dabei ist, zu erkennen, worum es mir wirklich geht. Beispiel: Mini-Haus auf Rädern. Ich habe mir die Frage mehrfach gestellt. Wieso soll mein Haus auf einem Chassis stehen? Ich habe sie mir auch beantwortet: weil ich die Idee liebte, ich könne, so denn sich mein Leben erneut ändert sollte und ich mich örtlich verändere, mein Haus einfach anhängen und mit mir nehmen. Ich liebe nach wie vor diese Idee, mein Haus mitnehmen zu können. Realistisch gesagt, ist bei der Größenordnung meines Mini-Hauses, das ich anstrebe, das „einfache Anhängen und Mitnehmen“ eine Illusion. In der angedachten Größe müsste für eine Beförderung mindestens ein Traktor oder ein LKW herhalten. Und wenn mein Anhänger nicht einmal Straßenzulassung hätte, dann reden wir von Transport auf einem Tieflader. Das hatte ich bereits eingesehen. Nun denn, ich wollte keinen Kran brauchen. Aber wieso eigentlich nicht? Denn, wenn ich einen Tieflader bräuchte, um es umzusetzen. Dann muss ich ohnehin den Transport organisieren durch eine Spedition, die sich befähig sieht, ein solches Geschoss als Ladung zu befördern. Da ist es nur ein weiterer Schritt, einen Kran zu organisieren. Ja, es macht es aufwändiger, kostspieliger und komplizierter. Aber nun lassen wir mal die Kirche im Dorf: es ist nur für den Wenn-Fall gedacht. Vielleicht trifft dieser nie ein. Was aber klar ist: ich werde in meinem Haus wohnen und leben. Und dafür wird es an einem Ort stehen, wofür ich keine Räder brauche. Erkennt ihr, wie schlau mein Kopf sofort eine schöne Erklärung parat hält, wenn sich meine einmal gefassten Entscheidung verändern? Der Punkt ist nämlich, dass es für alles ein Für und Wider gibt. Und in dieser Woche habe ich ein Grundstück angeschaut, dass mir sehr gefällt, dass allerdings an den Umstand gebunden ist, kein Chassis sondern eine Bodenplatte zu verwenden. Das mir zudem meine Lieblingslösung verhagelt, einen Erker an mein Mini-Haus zu flanschen. Denn, die maximale Größe ist auf 12,5 x 3,5 m beschränkt. Zumindest in der Breite mit 3,5 m kriege ich keinen Erker vernünftig unter. Beim Rumspielen mit QuickPlan 3D habe ich allerdings schon Ideen geboren, wie ich auch mit diesen Restriktionen mein Ziel erreichen würde. Das Wie hat sich also verändert. Das Was ist geblieben und kann auch damit erreicht werden. Und das nicht weniger gut. Denn ein weiterer Vorteil ist: steht das Mini-Haus auf einer Bodenplatte, tut sich die Bank erheblich leichter, mir mein Projekt wie eine normale Immobilie zu finanzieren. Und das hat Einfluss auf Zins, Laufzeit und Tilgungsrate und somit auf meinen zukünftigen, monatlichen Aufwand.

Fazit dieser Woche: bleib‘ flexibel im Wie!

Meinen dazugehörigen Video-Beitrag findest du hier.
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