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Die Woche 5 ist vorbei und es kommen die ersten wirklichen Hindernisse.

Stimmt das wirklich? Darum soll es in diesem Blog-Beitrag und dem dazugehörigen Video-Clip gehen.

Was genau sind eigentlich Hindernisse und wieso erleben wir sie als solche?
Mir fällt dazu ad hoc die Übersetzung des chinesischen Schriftzeichens für Krise ein. Dieses setzt sich nämlich aus zwei Schriftzeichen zusammen: aus dem für Gefahr und aus dem für Chance.
Tatsächlich sagt mir das alles. Wie erleben wir ein Hindernis, eine Unwägbarkeit, eine Schwierigkeit auf unserem Weg? Als Gefahr, als etwas, das meinen Weg und damit mein Ziel gefährdet, ja, es gar verhindert? Oder als etwas, woraus ich lernen kann; als etwas, das es mir ermöglicht, mein Ziel aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen; als etwas, das mich zu Höherem, Größerem beflügelt?
Es liegt an uns, wie wir damit umgehen. Und das „Wie“ wir damit umgehen, spielt sich dabei im Kopf ab. Wie wir unsere Lage bewerten, legt fest, wie wir damit umgehen. Es ist also unsere Wahl.
Und ich hatte davon diese Woche einige Übungsbeispiele.
Das Ankommen bei meinen Eltern verlief erst gar nicht so wie gedacht. Ich fühlte mich plötzlich nicht mehr sicher, wie willkommen ich bin. Einige Aussagen haben zu diesem Gefühl geführt. Und ich konnte die Sache nicht gleich klären. Also genug Zeit, mich in etwas hineinzusteigern. Dann erwischte ich mich dabei, dass ich das total positive Gespräch mit der Holzbaufirma am letzten Dienstag damit torpedierte, dass ich plötzlich nicht mehr sicher war, ob ich diesen oder jenen Grundriss umsetzen wollte, Parkett oder doch nicht, Dachneigung oder Flachdach. Und zu guter Letzt war ich mir nicht sicher, ob alles zu meiner Zufriedenheit umgesetzt werden würde. Ich ertappte mich dabei, dass ich mit meinem kritischen Auge Spaltmaße überprüfte und ihnen im Verlauf folgte, ob sie auch ja schön gleichmäßig und fein ausfielen. Ob das wohl alles so perfekt würde, wie ich es mir vorstellte?

Und das ist der Knackpunkt: Vorstellungen und Anspruch.
Ich habe einen hohen, wenn nicht gar unerreichbaren Anspruch. An mich, an meine Arbeiten, an andere und deren Arbeiten. Und ich neige dazu, immer wieder in ein Vergleichen zu verfallen, wie es noch besser, noch schöner, noch cleverer, noch praktischer, noch toller, noch noch …. umgesetzt werden könnte, oder schlimmstenfalls hätte umgesetzt werden können. Damit ist Unzufriedenheit vorprogrammiert. Daran darf ich nun arbeiten, mich darin üben, zufrieden zu sein, mit dem was ist. Das Positive sehen, das Schöne in allem, das sich zeigt (und nicht in dem, was sich hätte auch zeigen können). Denn mir ist bewusst geworden, dass die meisten Hindernisse und Schwierigkeiten nur dadurch entstehen, weil wir einen fixen Weg im Kopf haben, eine klare Vorstellung, in dem Wie wir etwas erreichen wollen. Also scheitern wir nicht an den Steinen auf unserem Weg, sondern daran, dass wir eine genaue Idee davon haben, wie groß sie sein dürfen, wie wir damit umgehen, was in Folge dessen passiert und so weiter und so fort. Wir haben eine feste Vorstellung von dem, wie sich der Weg zum Ziel abzeichnet. Und wie mit allen Vorstellungen: sie stehen vor der Realität und diese schaut nunmal allzu oft anders aus. Also sollten wir uns von unseren Vorstellungen lösen und jede gefühlte Unwägbarkeit, jedes scheinbare Hindernis dankbar entgegen nehmen, als Aufforderung unsere innere Einstellung und unsere Vorstellungen zu schulen und uns davon zu lösen.

Offen zu sein, im Wie sich das Ziel erreichen lässt, bringe ich sicher in vielerlei Hinsicht mit. Mein ganz persönlicher Knackpunkt ist dabei genauer gesagt eher der, mit gefällten Entscheidungen, mit dem, was ich habe (!), zufrieden zu sein, und es nicht anders wünschte, oder mir vorstellte, wie es hätte anders aussehen können. Wenn ich also durch meine neue alte Heimat radle und schöne, lauschige Plätze auf meiner Tour mit den Gedanken flankiere ‚Oh, wie traumhaft wäre es, genau hier mein Mini-Haus zu errichten‘, dann führt das in gewisser Weise zu Unzufriedenheit. Denn, im selben Moment, in dem ich diesen Gedanken hege, gebe ich zu verstehen, dass ich das, was ich bereits habe, nicht gänzlich schätze, dass es noch nicht ganz meinen Anforderungen entspricht. Wenn ich also diese Haltung weiterführe und in allen Bereichen meines Lebens pflege, werde ich nie ankommen, werde ich nie zufrieden sein. Ich darf also lernen, mit dem was ist, zufrieden zu sein, dankbar zu sein, dafür, was und wie es erreicht habe. Denn, wenn ich mal ganz ehrlich zu mir selbst bin, ist es unfassbar und absolut traumhaft, wenn nicht gar unvorstellbar, in 5 Wochen eines solchen Projektes

  • bereits einen Bauplatz zu haben,
  • eine Baufirma gefunden zu haben, die sogar die wahnsinnig und unglaubliche Flexibilität besitzt, dass ich bei ihnen als Hilfskraft mein Haus mitaufbauen darf
  • und bereits in die Nähe umgezogen zu sein.

Da stellt man sich schon die Frage, womit Bitteschön ich denn unzufrieden sein könnte und was genau hätte besser laufen können?!?

Ein großes Lernpaket. Und dennoch eines der wohl wichtigsten. Denn, einen demütigen und dankbaren Blick zu schulen, ist sicher das gewinnbringendste, was man sich in Sachen Zufriedenheit und glücklich sein vorstellen kann.
Das wird also eine der größten Herausforderungen auf meinem Weg zum Mini-Haus.

Meinen dazugehörigen Video-Beitrag findest du hier.
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