#10 – Stillstand

von Katja Härle

9. Juli 2021

Was zum Kuckuck mache ich hier? Wieder nichts Neues? Stillstand im Projekt in Woche 10 – oder ist das nur eine Illusion?

Wenn ich schon so frage, was wird dann wohl die Antwort sein? Diejenigen, die mich bereits kennen, wissen, dass ich durchaus spirituell bin und mich mit den Dingen vielleicht nicht immer auf eine gewöhnliche Weise beschäftige. Aber was ist schon gewöhnlich? Eben. Da wären wir beim Punkt. Meist sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen. Es sind unsere Erwartungen, daraus folgend Illusionen, denen wir unterliegen, weil wir vor die Realität unsere Wünsche und Vorstellungen gestellt haben. Also eine Projektion aus unserem Innern, aus unseren Gedanken, etwas müsste so oder so sein, so oder so laufen. Vorstellungen, Erwartungen, Illusionen lassen nicht lange auf Enttäuschung warten. Tja, weil die Wirklichkeit dann halt anders ist. Welch Überraschungen. Und dennoch tappen wir wieder und wieder in diese Falle der Erwartungen und Vorstellung, obwohl es doch ganz logisch scheint. Und altbekannte Sprichwort weisen uns zudem den Weg: ‚Der Mensch denkt, Gott lenkt‘. Oder: ‚Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihn von Deinen Plänen‘.
Nun, ich will hier keine Diskussion über Glaube anzetteln, denn es geht nicht um die einzelnen Worte (also hänge Dich nicht am Wort Gott auf, ich zucke auch immer wieder noch zusammen, ist das Wort doch schon sehr ausgenuddelt und belegt mit allerlei Projektionen :-). Es geht also nicht um die Worte selbst, sondern um das Bild, das sie erzeugen.

Wir denken zu viel darüber nach, was wie laufen soll. Wir sind zu sehr mit unseren Gedanken und Vorstellungen und Wünschen beschäftigt, dass wir die Realität nur verzerrt wahrnehmen. Nämlich nur durch den Schleier unserer Vorstellung. Nicht die Wirklichkeit enttäuscht uns, sondern wir uns selbst, durch eben diese Erwartungen. Es kommt halt doch nie so, wie gedacht. Wieso auch? Es gibt aber Millionen, ach was, unendlich viele Möglichkeiten, was passieren kann. Wer schon mal Lotto gespielt hat, weiß, dass die verschiedenen Möglichkeiten, 6 aus 49 Kugeln und Ziffern zu ziehen, eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, dass ausgerechnet meine Kombination gezogen wird. Wie ist das dann bei unendlich vielen Möglichkeiten? Eben. Wir können es also lassen. Denn so sorgen wir immer dafür, dass wir permanent enttäuscht sind, dass es nicht schnell genug geht, dass es nicht auf diese Weise geschieht, wie wir es uns gewünscht haben, dass es sich anders anfühlt als gedacht….

Ja, das ist meine Lektion für diese Woche. Ich spüre zwar Stillstand, weil nichts bei mir ankommt. Es gibt noch keine Antwort der Holzbaufirma zur Kalkulation meines Hauses, ich weiß also noch immer keinen Preis. Und ich habe auch noch keine Antwort, ob die Gemeinde, das zuständige Amt (Kreisbauamt) meinem Haus mit 2-stufigem Flachdach zugestimmt hat. Ich sollte es also lassen, davon zu sprechen, dass ich euch nächste Woche mehr sagen kann. Wenngleich ich meistens ein Vielleicht und/oder hoffentlich dazu gepackt habe. Alles nur Vorstellungen und Erwartungen. Denn, letztlich weiß ich nicht exakt, was passiert. Ob schon ganz viel passiert und bekomme es. nur nicht mit. Oder vielleicht auch noch gar nichts.

Wieso ich nicht erneut nachhaken? Ja. Das werde ich. Noch ist die Zeit nicht reif. Denn, eines ist klar: so lange ich nicht den Vertrag unterzeichnet in der Tasche habe, gibt es vielleicht auch andere Menschen, die angenehmer scheinen, wenn ich zu quengelig werde. Und das ist nicht der einzige Grund. Es geht ein bisschen auch darum, ein Gespür zu entwickeln, um was es gerade geht. Warum es mir drängt? Um ein Leben und Leben-lassen. Die Baubranche boomt, überall fehlt es an Material, die Preise steigen in die Höhe. In dieser Situation noch unangemessenen Druck auszuüben, halte ich für keine gute Idee. Im Zweifelsfall verliere ich den Auftrag oder „mein“ Preis des Hauses wird mit einem Zuschlag für „besonders nervig“ versehen 😀 und das ist kein Witz: ein Handwerker hat mir mal vor etlichen Jahren erklärt, wie er bei vollen Auftragsbüchern Preise kalkuliert….
Und hinzukommt, dass ich spüre, dass ich mir den Druck nur selbst mache. Laut Holzbaufirma ist alles noch im grünen Bereich, dass der Termin Ende des Jahres klappt. Dann sollte ich einfach darauf und auf deren Erfahrung vertrauen. Denn schließlich ist es deren Fachgebiet und nicht meines. Worum geht’s also? Um meine Erwartung und Vorstellung, in welcher Zeit was erledigt sein soll. Eine gute Übung also, auch hier ein Stück loszulassen. Dieses Mal nicht Materielles, sondern alte Gewohnheiten. Mir scheint gerade, es ist vor allem ein Projekt darüber und weniger ein Bauvorhaben. Aber das wird sich sicher auch mal ändern. Oder nicht, wer weiß *hahahaha* – ja, noch lache ich….

Meinen dazugehörigen Video-Beitrag findest du hier.
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