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Eurasburg – Benediktbeuern (ca. 25 km)

Regen, Regen, Regen. Eigentlich gibt es fast nicht mehr über diesen Tag zu sagen. Es begann mitten in der Nacht zu regnen und hat bisher nicht mehr aufgehört. Entsprechend durchgeweicht bin ich. Zum Glück hatte ich heute eine Begleitung aus München während des Tages. Und diese stellte sich als Camino-Engel heraus, hielt mich bei Laune und ließ es nicht zu, dass ich trotz Murren über den Dauerregen – der mir zugegeben am wenigsten ausmacht, der vielen Asphaltstraßen, den vorbeipreschenden Autos und dem heute deutlich spürbaren Knie nicht in zu viel Groll und Maulen abrutschte.

Dass es heute ziemlich viel regnen würde, wusste ich bereits vorher. Die Wettervorhersage war da ziemlich eindeutig. Dass allerdings bei dieser Etappe viele Kilometer neben und auf Landstraßen zu erlaufen seien, machte die Sache herausfordernd, bedeutete dies doch sehr viel Asphalt. Der Verkehr auf diesen durchaus frequentierten Landsträßchen oder viel befahrenen Straßen forderte dann zudem seinen Tribut. Der Straßenlärm und die Gischt der vorbeirauschenden Autos zerrte nämlich zunehmend an meinen ohnehin schon etwas angegriffenen Nerven. Wieso angegriffen? Die Nacht war zwar nicht schlecht, da ruhiges Zimmer, allerdings nicht von allzu tiefem Schlaf gesegnet. Die bleierne Schwere in meinen Gliedern, die ich gestern beim Gehen schon bemerkte, war heute ebenfalls zu spüren und durch den nicht so erholsamen Schlaf wohl sogar noch verstärkt. Und dann der Frust über mein Knie, dem es zwar nicht sehr schlecht geht, aber auch nicht wirklich gut. Irgendwas scheint also im wahrsten Sinne des Wortes in meinen Knochen zu stecken. Und gerade das Knie gibt mir schwer zu denken: kümmre ich mich doch seit ca. einem halben Jahr intensivst mit speziellen Übungen und Behandlungen darum. Die Situation verändert sich auch durchaus, nur halt nicht zwangsläufig zum Guten. Der Frust und die Ratlosigkeit ist entsprechend groß.

Ich werde die nächsten Tage sensibel prüfen, wie es sich weiterläuft, mit Wetter, Streckenverlauf und Knie. Und entscheide Tag für Tag neu, ob und wie ich mich hier weiterbewege.

Nachdem ich um 9 Uhr gestartet war, nur eine Pause zu Mittag machte, erreichte ich gegen 16:15 Uhr das Gasthaus zur Post in Benediktbeuern, meiner heutigen Unterkunft.

Aufgrund des andauernden Regens hatte ich verständlicherweise wenig Lust zu fotografieren und entsprechend auch nur selten attraktive Motive. Insofern habe ich tatsächlich heute nur ein Foto gemacht, das zudem etwas verfälscht den Anschein eines schönen Herbsttages vermittelt:

Üppiger Blumenhang in Promberg.

Katja Härle