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Haid – Rottenbuch
(27,7 km)

Nach einem reichhaltigen Frühstück meiner sehr freundlichen Gastwirtin dieser Nacht, Anni Schnetzer, starte ich gestärkt in den Tag.

Die angekündigten unwetterartigen Gewitter sind zumindest hier nicht runtergekommen. Der Tag startet schwül-warm und sonnig.

Beim Verlassen von Wessobrunn.

Wieder traumhafte Panorama-Ausblicke.

Der Weg führt durch ländlich anmutige Gegend.

Und schneller als gedacht, erreiche ich den höchsten Punkt meiner heutigen Etappe: den Hohenpeißenberg.

Der stellt sich für mich deutlich weniger „dramatisch“ dar, als durch meinen Wanderführer ausgegeben. Der Gipfel mit seinen knapp 1000 hm ist nach nicht einmal 20 Minuten und – wie ich finde – moderatem Anstieg schnell erreicht. Inwiefern die Autorin also objektiv war, ist mir nicht klar. Oder möglicherweise bin es ich nicht?

Zumindest so extrem wie skizziert stellte sich mir der Hohenpeißenberg nicht dar.

Überhaupt mache ich heute alles genau entgegen den Empfehlungen: ich lege zwei Tagesetappen zusammen, die herausfordernd sein sollen, eben wegen dem Hohenpeißenberg und der noch folgenden Ammerschlucht. In Letztere wandre ich offenbar gerade zum Trotz entgegen massiver Warnungen bei Regen bzw. Nässe. Aber so schnell schreckt mich ja nichts ab?

Nun ja, das ist weniger der Grund. Ich bin nur einfach so neugierig auf diese Schlucht, dass ich es mir trotz einsetzendem Regen nicht verkneifen möchte.

Warnungen überall.

Sogar humorvolle sind dabei, zumindest für mich☺️

Und mein Bauchgefühl sollte recht behalten: mit achtsamen Gehen, kleinen Schritten und zwei Wanderstöcken geht es sehr gut durch die Schlucht. Und sie ist es allemal wert. Außer auf meine Schritte zu achten und zu staunen – immer schön abwechselnd natürlich – ist nichts anderes möglich. Unnötige Gedanken haben keinen Platz. Herrlich!

Anfänglich schlängelt sich der Weg noch harmlos dahin:

Dann werden die Stufen immer mehr und steiler:

Und schließlich wird es immer abenteuerlicher!

Eintauchen in eine fremde Welt: Gräser, bambusartig, wie ich sie noch nicht gesehen habe. Ständig hüpfen mini-kleine Frösche über den Weg. Auch hier ist Achtsamkeit gefragt, schließlich will ich ja keinen zertreten.

Unvermittelt tauche ich wieder auf, bin zum Schluss dann doch schnell durch die Ammerschlucht gelaufen und stehe wieder in der „realen Welt“ – es kommt mir vor, wie nach dem Aufwachen aus einem Traum.

Erneut bin ich wieder in ländlicher Gegend unterwegs.

Nur meine Schuhe sind Zeuge, dass ich wirklich dort in der Schlucht wandelte: über und über voll mit Matsch und Schlamm. Das hatte ich ja schon einige Male…

Apropos Schuhe: ich bin das erste Mal auf einem Camino mit Turnschuhen unterwegs und es funktioniert super. Sie sind leichter als meine Wanderschuhe, die Sohle mit Luftpolster viel weicher und damit dämpfender, die Schlupftechnik erleichtert das An- und Ausziehen und…. ich habe an den Fersen zwecks Reibung kein heftiges Blasenproblem. Also brauche ich kein Tape. Natürlich habe ich wieder kleinere Blasen, die üblichen an der Fußsohle und auch kleine an der Ferse, allerdings am Rande zur Fußsohle, die durch das lange Laufen entstehen. Reibung als solche spüre ich keine.

Dunst hängt in den Wäldern.

Der Weg nach Rottenbuch, das ich zwei Stunden schneller erreiche, als im Wanderführer ausgegeben. Und jaaaa, ich habe Pausen gemacht?

Das Kloster Rottenbuch.

Brokater Innenraum – mir deutlich zu überladen und so bin ich auch schnell wieder draußen.

Um 17:45 Uhr laufe ich schließlich bei meiner heutigen Übernachtungsstätte ein, bei Frau Keller, oder auch Gästehaus Gänse-Blümchen genannt. Na, bei dem Namen kann es ja nur freundlich zugehen☺️

Nach Duschen und Wäsche waschen (dies hat dankenswerterweise meine Gastgeberin übernommen) mache ich mich auf zum Essen – beim hiesigen Campingplatz. Eine Gourmet-Wanderung scheint es mal wieder nicht zu werden ? Egal. Ich habe Hunger und da ist mir fast (!) alles recht.

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