Teile diesen Beitrag mit einem Klick:

O Pedrouzo – Santiago
(19,7 km)

Als ich sagte, ich habe das Gefühl, dieser Camino wird härter, hatte ich keine Ahnung, wie hart.

Das Einlaufen in Santiago gestaltet sich dieses Mal so anders, ganz anders. Die letzten 4 km werden derart hart, dass ich nur mit Mühe die Tränen zurückhalten kann.

Ich starte um 8 Uhr. Jetzt ist es kurz nach 14 Uhr und ich sitze in einem Café einen Steinschlag von der Kathedrale und von meiner heutigen Unterkunft entfernt, esse und trinke eine Kleinigkeit und – vor allem – kühle mit einem Beutel Eis mein Schienbein. Die Schmerzen – ja, mittlerweile nenne auch ich es Schmerzen – sind zum Schluss so schlimm geworden, dass ich auf den letzten 4 km mindestens 4 x Pause machen und schlussendlich sogar meine Boots gegen Flipflops wechseln muss. Das kam so abrupt, dass einfach gar nichts mehr ging. Da half auch meine Schonhaltung, die ich mir seit gestern beim Gehen zugelegt habe, nichts mehr. Tja, dabei ist das Wetter ein Traum. Anders als letztes Jahr, laufe ich bei Kaiserwetter ein. Naja, laufen… ich schleppe mich eher. Bei all meiner sonstigen Kondition und Schnelligkeit gebe ich jetzt am Ziel die mit Abstand schlechteste Figur unter allen Pilgern ab. Das ist wohl ausgleichende Gerechtigkeit. Da werde ich wohl die Tage zum Orthopäden müssen. Mal gespannt, was der rausfindet.

Nun denn, jeder Camino ist anders und hat seine Tücken und Überraschungen.

Die letzten 19 km, Wegmarkierung kurz nach O Pedrouzo.

Die letzten lauschigen Wälder, bevor ich mich dem Flughafen Santiago und letztlich dem Stadtgebiet nähere.

Das Einzugsgebiet Santiagos ist erreicht. Da war alles noch in Ordnung. Nicht täuschen lassen: hier habe ich noch gut 13 km vor mir.

Das Käppi auf der Wegmarkierung war die Leihgabe des Caminos an mich. Ich hatte meine Schildkappe zu Hause gelassen, bei Regen aber unverzichtbar. Vor ca. 5 Tagen habe ich diese Kappe gefunden und sichtbar mit mir getragen, damit sie derjenige, der sie verlor, ggf. erkennt. Es gab sich niemand zu erkennen. So hat sie mich beim darauffolgenden Nieseltag gute Dienste erwiesen. Heute habe ich sie dem Camino zurückgegeben. Vielleicht kann sie so jemand anderem wieder aushelfen 😉

Done!!

Teile diesen Beitrag mit einem Klick: