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Rottenbuch – Lechbruck
(20,5 km)

Nachdem es gestern von Mittag bis weit in die Nacht ergiebig geregnet hat, wache ich heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein auf. Meine Wäsche wurde über Nacht dennoch nicht ganz trocken, also wandert diese erstmal noch in den Wäschetrockner. Ich werde hier echt umsorgt.

Das Frühstück belegt es eindeutig:

Mit viel Liebe zum Detail gedeckt.

Auch diese Unterkunft kann ich vollumfänglich empfehlen, wenn auch mit 30 Euro etwas teurer. Dafür kostet der Service von Waschen und Trocknen nicht extra. Und ich mache mir wieder ein Lunchpaket. All in also.

Der Weg verläuft gediegen zwischen Felder und durch Wälder. Erneut tauche ich in die ländliche Gegend ein.

Insbesondere die Wälder haben es mir angetan.

Ich passiere heute einige Örtchen mit schönen Kirchen und Kapellen, welche mir auf Wanderschaft damit auch etwas Kultur bringen – zugegeben nicht mein Steckenpferd. Historische Daten vergesse ich meist zugleich. Mir bleibt eher in Erinnerung, was mich architektonisch beeindruckte oder was ich besonders schön fand. So zum Beispiel die kleine Kapelle am Ortsende von Wildsteig bzw. des Ortsteils Holz:

Neben ihr im Boden eingelassen verweist ein Schild auf die Richtung und Entfernung Santiagos:

Die Pflanzen am Wegesrand und häufige Bachläufe kündigen das nahende Moor an.

Schilf und sonstige Gräser flankieren den Weg.

Und weil ich mich so tapfer über Berg und durch Schlucht geschlagen habe, erfolgt heute meine Krönung zur Pilgerkönigin. Zeit wird’s ?

Der Thron ist bereit.

Voilà!

Nach der Wieskirche – einer bekannten Wallfahrtskirche, bei der es nur so wimmelt von Touris – geht es nun endlich wirklich ins Moor.

Es gluckst und gluckert unter den Brettern. Manchmal schwappt das Wasser gar über.

Halt ein richtiges Moor. Ich finde es total cool, so mitten durch das Moor nur auf Brettern zu wandern. Ein Schritt daneben…. und…. ich gehe unter, nach unten gezogen von den Moorgewächsen (und anderen Dingen im Moor ?) und werde zum Moorgespenst? Sagenhaft. Ich liebe sowas☺️

Nun ja. Nichts dergleichen passiert. Meine Fantasie geht manchmal mit mir durch.

Und der Wald hat mich wieder, spannt über mir ein hohes Dach aus Ästen.

Immer wieder lauschige Plätze zum Verweilen – meist mit schöner Aussicht.

Weiterhin begleiten mich Bachläufe, das Wasser ist weniger einladend rostbraun.

Vorbei an Steingaden, wo das Kloster derzeit restauriert wird und deshalb gerade kein schönes Fotomotiv abgibt, gehe ich weiter durch zunehmend allgäuerische Landschaften mit bimmelnden Kuhglocken und den typisch alpenländischen Häusern.

Weitblick über Landschaft und Alpen.

Und schließlich erreiche ich gemütlichen Fußes um 15:30 Uhr Lechbruck und überquere die eisblaue (und vermutlich auch eiskalte) Lech:

Meine heutige Unterkunft entspricht schon eher den üblicherweise spartanischen Pilgerherbergen.

Unter dem Giebel sind 13 Betten platziert. Die Dachbalken sind dabei so tief, dass sie auf Höhe meiner Stirn verlaufen. Die Treppe hinauf verdient eher den Begriff Hühnerleiter – eng mit geringer Tritttiefe. Hier ist Achtsamkeit gefragt, insbesondere beim nächtlichen Gang zur Toilette.

Eigentlich darf ich mich ausschließlich mit eingezogenem Kopf durch den Raum bewegen, weil alle Meter ein Dachbalken kommt.

Wenn ich es richtig sehe, sind mit meinem 4 Betten belegt.

Internet ist zwar grundsätzlich vorhanden, funktioniert aber nicht. Und ordentlich geputzt wurde hier auch schon lange nicht mehr. Die Küche ist derart eklig, dass ich mit unglaublicher Vorsicht, nur ja nichts zu berühren, mein Wassersystem für morgen fülle. Die Buchung erfolgte über AirBnB, das Etablissement liegt in der Flößerstraße und ist mit knapp 18 Euro (allerdings ohne Frühstück) zwar günstig, aber definitiv nicht zu empfehlen.

Mal sehen, wie die Nacht wird.

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