Nix zu sagen, oder was?

von Katja Härle

1. Oktober 2023

01.10.2023 Traben-Trarbach – Klausen 25,65 km

Nach gestern bleibt ja auch nicht mehr viel zu sagen *grins*

Im Ernst, kaum hatte ich den Blogbeitrag eingestellt, meldeten sich Zweifel. Habe ich zu viel geschrieben? Habe ich zu viel erzählt? Habe ich zu viel preisgegeben? War ich zu konfrontativ, zu provokant? Zu offenherzig? Zu … ?

Und es kommen Gedanken hoch, die in Richtung Unvollkommenheit, Unvollständigkeit, Unausgereiftheit… gehen. Hätte all das Geschriebene noch mehr in mir reifen müssen? Doch all diese Gedanken und Fragen finden hier gerade keine Antwort und wollen oder können (noch?) nicht geteilt werden.

Ansonsten: der Weg ging heute vielfach durch Weinberge mit sehr viel Sonne und noch mehr Ausblicken auf das Moseltal. Und auf die letzten 8 Kilometer auch wieder durch den Wald. Dabei fiel mir auf, dass ein so zuckersüßer Ausblick auf die Mosel mit seinen putzigen Ortschaften mein Herz nicht höher schlagen lässt, wohl aber der Blick auf ein bewaldetes und hügeliges Tal. Ich mag eher die wilde Natur, als den Blick auf schön drapierte Landschaften. Auch eine Erkenntnis.

Und dann wäre es beinahe noch zu einer Camino-Premiere gekommen (nach dem ersten Paket nach Hause mit Überflüssigem und dem Vergessen meines Pilgerausweises): nach den ersten 7 km erreiche ich heute Vormittag Bernkastel-Kues und suche ganz nach alter Manier einen Bäcker auf. Anstatt für ein Schokocroissant oder einen Bienenstich, nach dem es mich gelüstet, entscheide ich mich spontan für eine Eierlikörtorte. Diese Wahl sollte sich als fatal herausstellen. Nicht nur, dass die Torte überhaupt nicht nach Eierlikör schmeckt, mir ist zudem die darauffolgenden 4 Stunden mit steigender Tendenz übel. Kurz meine ich sogar, das erste Mal auf den Camino k***** zu müssen. Auch ein Magenbitter, den ich im Ort Osann-Monzel einnehme, bringt nicht die erwünschte Verbesserung meines Zustandes. Erst eine Ruhepause liegend auf einer Waldbank lässt die Übelkeit langsam in den Hintergrund weichen.

So kann ich die restlichen Kilometer bewältigen und erreiche kurz vor 17:00 Uhr meinen heutigen Zielort, Klausen.

Okay, das war nun deutlich mehr als Nix gesagt. Aber schon deutlich weniger als die Tage davor. 😉

Tiefhängender Nebel – Trarbachs Kirche nebst Pilgerherberge am Morgen
Bei frischen 8 Grad schnaufe und schwitze ich dennoch den Weinberg hoch
Mystisch wirkende Waldwege
Umso höher ich komme, desto mehr lichtet sich der Nebel
Wegzeichen 😉
Auf dem Weg runterwärts nach Bernkastel-Kues…
… hat mich der Nebel zurück
Verwunschene Gässchen in Bernkastel-Kues
Der Nebel löst sich auf
Viele Kilometer entlang endloser Weinberge
Pompöses Schloss Lieser im gleichnamigen Ort
Weitblick
Kurz vor Osann-Monzel
Die letzten 8 km bis Klausen: zurück im Wald und endlich etwas Schatten
Dieses Mal Weitblick über Wald und Hügel
7-Bett-Pilgerzimmer der Eberhardsklause – ich habe Glück und bleibe heute ganz allein 🙂 ÜF 30 Euro ist fair
Etappe 5

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